AUF EIN WORT: DIE INTEGRATIONSBEAUFTRAGTE DES BERG AM LAIMER BEZIRKSAUSSCHUSSES ZUM THEMA „FLÜCHTLINGE IM HOTEL EISENREICH“

Die Emotionen kochen hoch in Berg am Laim. Der Grund: Von Seiten der Stadt wird darüber nachgedacht, im jetzigen Hotel Eisenreich an der Baumkirchner Straße ein betreutes Wohnheim für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge aus dem Irak einzurichten. Als Integrationsbeauftragte des vierzehnten Bezirksausschusses möchte ich gerne zur Klärung der Lage beitragen sowie den Standpunkt der Mehrheit im Bezirksausschuss etwas genauer zu erläutern.

Worum geht es hier eigentlich genau? Angedacht ist, maximal 35 jugendliche Flüchtlinge aus dem Irak, im Alter von etwa 16 bis 21 Jahren, im bisherigen Hotel Eisenreich unterzubringen. Bei den betreffenden jungen Männern handelt es sich um eine bereits sehr stark ausgewählte Gruppe unauffälliger Jugendlicher, überwiegend irakische Christen mit festem Aufenthaltsstatus. Im Rahmen eines betreuten Wohnprojekts soll ihnen ermöglicht werden, ihr Leben ohne ihre im Irak verbliebenen oder gar verstorbenen Eltern und fernab aller gewohnten Zusammenhänge dennoch wieder aufzunehmen. Professionelle Unterstützung erhalten sie dabei durch Sozialpädagogen, Betreuung wird tagsüber, nachts und auch am Wochenende ständig vor Ort sein. Außerdem nehmen die Jugendlichen an speziellen Bildungsmaßnahmen teil, die ihnen eine wirkliche Perspektive für die Zukunft eröffnen sollen. Wichtig ist bei all dem aber vor allem, dass die Jugendlichen in der Mitte der Gesellschaft ankommen können. Junge Männer – und hier speziell junge Männer mit Migrationshintergrund - dürfen nicht einem Generalverdacht von Kriminalität und Gewalttätigkeit ausgesetzt sein.

Ein Wohnheim inmitten gefestigter gesellschaftlicher Strukturen, dort, wo Jugendliche sehen können, wie ein Leben in Deutschland im günstigen Fall aussehen kann, wo wir unsere Werte glaubwürdig vorleben und selbst dazu beitragen können - dies könnte die Chance sein, dass Eingliederung gelingt. Auch das Vertrautwerden mit unserer Kultur, z.B. durch den Maibaum gegenüber, fördert den positiven Kontakt mit der neuen Heimat und befördert die Integrationsfähigkeit. Gelungene Integration fängt damit an, den Menschen zu zeigen, dass sie willkommen sind, und man sie nicht in unattraktive Gewerbegebiete abschiebt.

Letztlich müssen wir immer bedenken: Nur im gegenseitigen Vertrauen kann es gelingen, gemeinsame Perspektiven aufzubauen. Je mehr Perspektiven sich aber dem Menschen bieten, desto harmonischer, desto unproblematischer wird das Zusammenleben sein. Dann wird wohl auch das Wohnprojekt an der Baumkirchner Straße vor allem eines sein: Ziemlich unproblematisch.

BA wählt Integrationsbeauftragte für Berg am Laim

„In unserem Stadtteil haben nun mal verschiedenste Migrationshintergründe eine große Bedeutung, und das muss sich auch auf politischer Ebene widerspiegeln!“ sagt die gewählte Integrationsbeauftragte des Berg am Laimer Bezirksausschusses, Jennifer Brichzin von den Grünen, über ihr neues Amt. Nachdem die grüne Fraktion beantragt hatte, wieder einen Zuständigen für die Belange rund um Integration zu benennen, fackelte man im Bezirksausschuss nicht lang: Dem Anliegen wurde mit großer Mehrheit zugestimmt, eine neue Amtsträgerin eingesetzt.

„Im Moment tut sich einiges, was das Thema Integration betrifft: Die Schulen vor Ort haben es mit einem großen Schüleranteil mit Migrationshintergrund zu tun, seit diesem Schuljahr ist deshalb etwa in der Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße die Schülerzahl auf 25 pro Klasse begrenzt. Neue Projekte laufen an, wie etwa „Integration macht Schule im Quartier“ oder die „Stadtteillotsen“, um nur zwei zu nennen.“ erklärt Brichzin. „Als Integrationsbeauftragte bin ich eine konkrete Kontaktperson für diejenigen, die sich mit diesem Themengebiet befassen. Besonders wünsche ich mir, dass ich auch dann angesprochen werde, wenn sich jemand nicht sicher ist, ob das eigene Anliegen von Bedeutung ist. Es lohnt sich auf jeden Fall, das gemeinsam zu diskutieren!“

Ideen, Fragen oder Kritik können gerne unter der Telefonnummer 089/20333439 angebracht werden.

Grüner Ortsverband geht mit neuem Vorstand in den Wahlmarathon

Der Ortsverband "Berg am Laim - Trudering" der Münchner Grünen hat in seiner Jahreshauptversammlung am 13. Januar einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Sprecher ist der 42-jährige Diplom-Kaufmann Michael Kuznik. Er löst die bisherige Sprecherin, Petra Tuttas, Bezirksrätin im Bezirkstag Oberbayern, ab, die dem Vorstand weiterhin als Beisitzerin angehören wird. Ebenfalls neu in den Vorstand kommen Roland Schroether als stellvertretender Sprecher und Gábor László als Betreuer der Internetseite. Eva Döring, Mitglied im Unterausschuss Schule und Soziales im Bezirksausschuss Trudering-Riem, und Elke Mehnle als Kassiererin gehören wie bisher dem Vorstand an.

Zu den politischen Zielen der Grünen im Münchner Osten gehören beispielsweise der Erhalt der wenigen Frei-/Grünflächen und Bäume, der Bau eines Bürgerhauses in Berg am Laim oder der bürgerfreundliche Ausbau der Baumkirchner Straße.

"Wir setzen uns weiter für einen lebenswerten, lebendigen und vielfältigen Stadtteil ein. Im Superwahljahr 2009 freue ich mich gemeinsam mit dem Ortsverband auf einen erfolgreichen Europa- und Bundestagswahlkampf", so Michael Kuznik.

Große Parteien ignorieren den Wählerwillen

Pressemitteilung, 12.5.2008

Große Parteien ignorieren den Wählerwillen

"Wir finden es schade, dass hier der Wählerwille so wenig beachtet wurde. Immerhin haben die Grünen bei der Kommunalwahl aus dem Stand ein hervorragendes Ergebnis von 14,3% der Wählerstimmen erhalten. Man könnte meinen, dies sollte sich auch in bei der Möglichkeit zur Verantwortungsübernahme zeigen," fasste Jennifer Brichzin die Wahlergebnisse bei der konstituierenden BA-Sitzung zusammen. Bei der Wahl zum 2. Beisitzer im Vorstand, bei der Brigitte Schulz von den Grünen als einzige Kandidatin angetreten war gewann Karl - Heinrich Schepsmeier von der SPD, obwohl sich dieser gar nicht zur Wahl aufstellen ließ mit 11 Stimmen. Die SPD, die nach den Kommunalwahlen noch von Partei übergreifenden Zusammenarbeit im Bezirksausschuss gesprochen hatte, wollte davon nun nichts mehr wissen und so wurden die Grünen auch bei Vorsitz des Unterausschusses Jugend, Schule, Sport und bei den Stellvertretern nicht gewählt. „Der Posten des zweiten Beisitzers im Vorstand hätte reine Informationsfunktion zwischen Vorstand und unserer Fraktion gehabt. Dass ich bei dieser Wahl im ersten Wahlgang als einzige Kandidatin gegen einen anderen Kandidaten verloren habe, der nicht mal zur Wahl stand, dafür aber zufällig auch noch mehr Stimmen bekommt als die SPD überhaupt BA-Mitglieder hat, finde ich schon etwas seltsam“, sagte Brigitte Schulz nach der Sitzung. Dabei hatten die Grünen sogar nur auf hintere Plätze kandidiert und waren auf den wichtigeren Plätzen nicht gegen die beiden großen Fraktionen angetreten. Selbst bei der Wahl zur stellvertretenden Kinderbeauftragten wurde die junge Mutter Jennifer Brichzin von den Grünen vom Bezirksausschuss nicht gewählt. Nur das Amt des Baumschutzbeauftragten, das nach dem Ausscheiden von Karl Brunner offen war ging an  Brigitte Schulz von den Grünen. Zu dem Ausgang der ersten BA-Sitzung sagte der Fraktionssprecher der Grünen Hubert Kragler: „Wir wollten unsere Bereitschaft zu konstruktiven Mitarbeit in Bezirksausschuss zeigen und dort einige Aufgaben übernehmen. Wir lassen uns aber von den Ergebnis nicht abschrecken und werden uns im Bezirksausschuss für die Berg am Laimer Bürger einsetzen.“